leidensreduktionshilfe zu windoofs

    Als alter Unixer fällt es mir nicht leicht allen Ernstes über Windoofs zu schreiben, aber vielleicht bin ich ja gerade deshalb anspruchsvoll was Benutzerführung und Schnittstellen betrifft. Hier jedenfalls die Massnahmen, die ich ergreife, und Kniffe, die ich anwende, um einen Windoof-PC geniessbar zu machen, Begründungen inklusive.



    Mehr Platz auf'm Schirm
    Er ist der Grund weswegen Profis einen 21 Zoll Monitor haben wollen, nicht einfach nur weil's dann grösser aussieht, sondern weil dann auch mehr auf den Schirm passt. Dafür gibt man das viele Geld aus. Deshalb:
  1. Bildschirmauflösung hoch, oder Monitor kleiner

    Wer 21 Zoll sagt, muß auch 1280x1024 sagen. Heutige Grafikkarten machen das ja in voller Farbqualität, deshalb sind sie ja auch mit 32M RAM ausgestattet.

    Wer aber stets nur eine Anwendung wie Word oder Netscape auf dem gesamten Schirm einsetzt - statt nebeneinander - (Diese Webseite demonstriert wann es sinnvoll ist, das Netscape-Fenster nicht so arg breit zu machen ;-)), der kann auch einen kleineren Monitor nehmen, und sollte die grossen Monitoren den Grafikern, Multimedia- Schnittplätzen und Programmierern lassen. Die wissen warum sie einen grossen Monitor brauchen.


  2. Taskleiste automatisch im Hintergrund

    Nicht nur erhalten alle Anwendungen eine "Bildschirmzeile" mehr, Benutzer, die nicht mit kryptischen ALT-TAB-Kürzel vertraut sind, haben die Chance an die Taskleiste zu kommen, auch wenn das im Vordergrund laufende Programm diese aus meist ästhetischen Gründen ausgeblendet hat (z.B. InstallShield, oder Internet Explorer im Channel-Modus). Daran, daß die Taskleiste aus dem Weg ist, gewöhnt sich jeder schnell, man kennt es ja schon von der Office-Leiste.


  3. Taskleiste bleibt besser unten

    Manche Experimentalisten stellen die Taskleiste..

    • nach oben - Es gibt aber Programme, die ihre Fensterleiste unter die Taskbar legen, woraufhin man sie nicht mehr mit der Maus bewegen kann. Schlecht.
    • nach links - Das geht noch, man stolpert nur manchmal hinein wenn man eigentlich an das "Datei"-Menü wollte.
    • nach rechts - Besonders ungeschickt, weil man das Ding jedesmal hervorholt wenn man eigentlich zur Scrollbar wollte.

  4. Knopfleisten entrümpeln

    Viele Explorer-Fenster verbrauchen eine Menge Bildschirmplatz für Knopfleisten. Die Adressleiste ist jedoch nur beim Internet Explorer sinnvoll (oder man ist Tastaturfreak, aber dann sollte man sich lieber eine tcsh/bash installieren). Die Bildunterschriften sagen einem auch nur so viel wie schon das Bild: Entweder man kennt die Funktion, oder man muß sie lernen - also kann man die Unterschriften auch ausschalten und die Beschriftung lesen wenn die Maus über dem Knopf stehen bleibt.



    Desktop aufräumen!
    Der Desktop ist eine Arbeitsfläche! Zu Amiga-Zeiten hiess er noch Workbench! In allen Programmen gibt es beim Abspeichern den Knopf mit dem man alles erstmal auf den Desktop speichern kann. Zwischendateien braucht man nicht sorgfältig in irgendwelche Verzeichnisse packen und anschliessend umständlich löschen gehen oder gar liegen lassen! Man hat sie auf dem Desktop, da kann man sie später zurechträumen oder in den Mülleimer stecken. Und dann gibt es noch Programme, die ungefragt eine Handvoll Dateien auf den Desktop streuen. Der Netscape-Installer zum Beispiel.
  5. Funktions-Icons nach rechts!

    Wenn man eine Datei auf den Desktop speichern lässt, oder ein Zip dorthin auspackt, was wie oben beschrieben wirklich sinnvoll ist, dann wird der Bildschirm links von oben nach unten gefüllt. Wenn links aber die Funktions-Icons (Arbeitsplatz, Netzwerk, Papierkorb usw.) stehen, wie es beim Auslieferungszustand der Fall ist, dann gibt es da ein herrlich unpraktisches Durcheinander. Aus diesem Grund empfiehlt es sich feste Bewohner des Desktops rechts vertikal aufzustellen. Bei Macs ist übrigens der Gegenteil der Fall: MacOs produziert Desktopdateien von rechts oben nach links, daher sollte man Icons auf die linke Bildschirmseite stellen.


  6. Der Papierkorb gehört sich nach rechts unten.

    Nicht nur aus Tradition (alle Betriebssysteme ausser Windows haben ihren Papierkorb rechts unten), sondern auch weil es die Stelle des Schirmes ist. welche die höchste Chance hat, unverdeckt von Explorer/Dateifenstern zu bleiben. Also genau dann wenn man den Papierkorb braucht. Man kann sich natürlich auch daran gewöhnen die DEL-Taste zu verwenden (am Besten zusammen mit SHIFT), aber das ist ja schon wieder was für Insider und nicht für Büroanwender.


  7. Desktop freiräumen von Programm-Icons.

    Windows98 ist schizophren: Da hat es neuerdings diese schicke Shortcut-Box links in der Taskleiste, und dennoch wird der Internet-Explorer zusätzlich auch auf den Desktop gestellt. Dort wo auch die Grossmutter erst einmal lernen muß doppelt zu klicken, bevor das Ding startet. Ausserdem muß man jedesmal alle Fenster klein machen um ein neues Programm zu starten (Wer kennt schon die "Desktop anzeigen" Funktion?).

    Und vom Start-Knopf möchte ich gar nicht erst anfangen zu reden: Umständlicher geht es ja gar nicht mehr, jeder Software- Ergonomie- Professor von der Uni würde den Microsofties dafür auf die Finger hauen. Kein Wunder, daß sich Programm-Icons auf dem Desktop durchgesetzt haben.

    Nein nein, man sollte lieber Programm-Icons anderswohin räumen. Ein Verzeichnis auf dem Desktop ist eine Maßnahme, oder einfach eine Verknüpfung mit dem Programme-Verzeichnis aus dem Startmenü (Über dem Start-Knopf rechte Maustaste, dann öffnen und Programmverzeichnis auf den Desktop zerren).

    Aber bei Windows98 und 2000 gibt es eben doch diese praktische Box in der Taskleiste. Man zieht die Icons einfach dort rein und kann ihnen sogar eine sinnvolle Reihenfolge geben. Wer Windows95 hat, sollte sich sowieso Internet Explorer 4 (nicht 5, jedenfalls nicht gleich) installieren, dann erscheint die Shortcut-Box auch. Der IE4 ist kein normaler Browser, sein Active Desktop erweitert und repariert so vieles am System, daß man es danach "Windows97" nennen müsste.


  8. Taskleiste aufstocken.

    Eigentlich ist die Taskleiste aber notorisch zu klein: kaum hat man einige Programme und Datei-Fenster offen, kann man überhaupt keine Fenstertitel mehr erkennen. Zunächst hab ich mir überlegt die Shortcut-Box herauszunehmen. Einfach am Knubbelstreifen zerren, und schon kann man die Sache als festes Fenster auf dem Desktop haben. Moment mal, dann kommen wir ja wieder nicht ran, wenn ein Programm den Bildschirm übernommen hat. Oder wir ziehen das Ding an den linken Bildschirmrand. Aber da das manchmal auch stört, kam ich auf eine ungewohnte Lösung, welche aber letztlich viel flexibler ist: Man ziehe die Taskleiste einfach in die Höhe worauf sie zwei oder gar drei Zeilen an Programmen und Tasks aufnehmen kann. Das stört ja nicht, da sie ja in der Regel aus dem Bildschirm draussen ist! Nun kann endlich alles, was man schnell braucht in die Shortcut-Box, und in der Taskbar kann man - gerade dann wenn man es braucht - tatsächlich noch sehen welcher Netscape-Task welcher ist.


  9. Weg mit dem, was man nicht braucht.

    Jetzt da Programme schön aufgeräumt sind kommen Programm-Icons in den Papierkorb, auch der Internet Explorer, auch der MSN-Werbeknopf und der Internet-Einrichtungsknopf, der ja seinen Dienst bereits geleistet haben sollte.


  10. Arbeitsplatz in der Taskleiste?

    Den "Arbeitsplatz" benutze ich so sehr, daß ich ihn mir vollständig in die Taskleiste genommen habe. Ja sowas geht neuerdings, einfach den Arbeitsplatz nach unten zerren, anschliessen "Titel" und "Text" abstellen mit der rechten Maustaste, und schon kann man jederzeit aus jedem Programm heraus mit einer Handbewegung auf Festplatte, CDROM oder Systemsteuerung zurückgreifen. Wer allerdings alles mit dem Windows-Explorer erledigt, braucht den "Arbeitsplatz" gar nicht, also auch nicht in der Taskleiste.



    Macken im Griff
  11. Vernünftige Einstellungen des Explorers

    Also, nochmal langsam, es gibt 3 verschiedene Explorer bei Windoofs: Der Internet-Explorer, der Windows-Explorer und der normale Datei-Explorer. Verwirrend? Stimmt. Der Windows-Explorer ist der mit dem vertikal durchtrennten Fenster. Wenn man sich an den gewöhnt, braucht man mit dem normalen eigentlich gar nicht erst anfangen (vermute ich mal). Wer sich aber an das normale Fensterln gewöhnt hat, muß in "Ordneroptionen" unbedingt "Jeden Ordner im selben Fenster öffnen" einschalten, sonst wird man wahnsinnig. Ausserdem empfiehlt sich den HTML-Quatsch abzuschalten ("Nur für Ordner, die als Webseite.." statt "alle mit Inhalt"). Anschliessend auf Ansicht und "Wie aktueller Ordner" - sonst gilt es nur für's aktuelle Verzeichnis. Dort soll man auch die Schachtel für "Dateityp ausblenden" ausschalten - damit beim nächsten E-Mail-Virus sichtbar ist, daß es sich um eine ".vbs"-Datei handelt! Die restlichen Knöpfe sind Geschmackssache.


  12. Kniff: TweakUI

    Und wer sich bis hierhin durchgelesen hat, kann jetzt noch von dem Ding erfahren, welches die Microsofties (so nenne ich die Programmierer bei Microsoft mit Alterdurchschnitt 21 - lauter nette blauäugige Idealisten) schon zu Win95-Zeiten gleich mitveröffentlicht haben und bei Win98 auch auf der CD versteckt ist, weil sie Windows selbst auch nicht ohne verwenden wollen. Bei der Win98-Version haben sie leider die X-Mouse-Funktion wieder zerschossen (sinnlos ohne Zeitintervall), aber was das Ding einem sonst für Windows-Interna zugänglich macht ist sehr angenehm:

  • Man kann "Verknüpfung mit" abschalten - der kleine Pfeil sagt's ja bereits.
  • Bei Einzelbenutzersystemen die Netzwerkanmeldung automatisieren.
  • Windoofs-Werbefläche beim Hochfahren des Rechners abschalten.
  • Scandisk ohne Rückfrage starten bei kaputtem Dateisystem, weil man mit kaputten Dateisystemen nicht scherzt.
  • DOS-Menü beim Hochfahren einschalten, damit man statt Windows in DOS booten kann (Continue booting after 2 seconds, oder so).
  • Automatisches starten von CDROMs und Musik-CDs abschalten.

Neu mit XP: Um einen Laufwerksbuchstaben zu ändern muss man per Hand diskmgmt.msc ausführen.